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Lifestyle

Nicht jedes Leder ist gleich: Arten, Gerbchemie & was das für dein Pferd bedeutet

8 min read
Apple leather — plant-based, cruelty-free

Wenn du ein neues Zaumzeug oder Halfter in die Hand nimmst, vermittelt die Weichheit des Leders das Gefühl von Qualität. Doch diese Weichheit hat oft einen Preis — zahlreiche Chemikalien, die auf die rohe Haut aufgetragen werden und über die die meisten Reiter nie nachdenken. Zu verstehen, was in deiner Ausrüstung steckt und wie es mit der Haut deines Pferdes interagieren kann, ist der erste Schritt zu wirklich informierten Entscheidungen.

Passt deine Ausrüstung noch? Plädoyer für eine saisonale Kontrolle

Pferde verändern sich. Die Muskelentwicklung verändert sich mit den Jahreszeiten, das Gewicht schwankt, und die Art, wie sie sich tragen, entwickelt sich mit dem Training. Dennoch verwenden die meisten Reiter dieselbe Ausrüstung Jahr für Jahr, ohne die Passform neu zu bewerten. Ein Zaumzeug, das im Frühling perfekt passte, kann im Herbst subtile Druckstellen erzeugen — nicht genug, um sofortigen sichtbaren Unbehagen zu verursachen, aber genug, um Verhalten, Widerstand oder Anspannung zu beeinflussen.

Eine halbjährliche Ausrüstungskontrolle dauert weniger als eine Stunde und kann einen tiefgreifenden Unterschied machen. Achte auf Druckstellen, Schweißmuster oder trockene Stellen auf der Haut deines Pferdes nach der Arbeit — das sind oft die ersten Anzeichen, dass etwas reibt oder klemmt. Untersuche das Leder selbst auf Risse, Steifheit oder Salzablagerungen durch Schweiß. Und frage dich kritisch: Macht die Ausrüstung, die du verwendest, wirklich das, was du glaubst?

Der Polsterungsmythos: Mehr ist nicht immer besser

In Reiterkreisen ist die Annahme weit verbreitet, dass mehr Polsterung mehr Komfort bedeutet. Dicke Fleece-Nasenriemen, stark gepolsterte Stirnbänder, gelgefüllte Gurte — die Industrie hat eine ganze Kategorie auf der Idee aufgebaut, dass Weichheit schützt. Aber Polsterung kann genauso gut Probleme erzeugen wie lösen.

Dicke Polsterung verteilt den Druck auf eine größere Fläche, was helfen kann — aber nur, wenn die zugrundeliegende Passform korrekt ist. Ein schlecht passendes Zaumzeug zu polstern ist wie das Anziehen einer dicken Socke bei einem Schuh, der einfach die falsche Größe hat. Die grundlegende Fehlanpassung bleibt bestehen, und die Polsterung kann sogar die Signale deines Pferdes verdecken. Anatomische Passform und korrekt eingestelltes Beschlag werden Polsterung über einer schlechten Grundlage immer übertreffen.

Nicht jedes Leder ist gleich: Ein Leitfaden zu den wichtigsten Arten

Betritt man eine Sattlerei, begegnet man einer Vielzahl von Ledern, die als Premium, Weich, Nappa oder Vollnarben beschrieben werden. Diese Begriffe sind nicht austauschbar — sie beschreiben grundlegend verschiedene Produkte, die durch unterschiedliche Prozesse hergestellt werden und sehr unterschiedliche Eigenschaften und Chemikalienprofile aufweisen.

Vollnarbenleder

Vollnarbenleder wird aus der äußersten Schicht der Haut hergestellt, wobei die natürliche Narbe intakt und ungeschliffen bleibt. Es ist die höchste Qualität und haltbarste Form von Leder. Da die Narbenoberfläche unverändert bleibt, atmet es gut, entwickelt mit der Zeit eine schöne Patina und benötigt minimale chemische Nachbehandlung. Der Kompromiss ist, dass es natürliche Unvollkommenheiten zeigt und teurer in der Herstellung ist.

Narbenleder (Top-Grain)

Narbenleder wird an der Oberfläche geschliffen oder gebürstet, um Unvollkommenheiten zu entfernen und ein gleichmäßigeres Erscheinungsbild zu schaffen. Es ist dünner und geschmeidiger als Vollnarbenleder, aber das Schleifen entfernt die engsten Fasern der Haut, was die Langlebigkeit verringert. Eine Polymer- oder Pigmentbeschichtung wird typischerweise auf die Oberfläche aufgetragen, was die Atmungsaktivität verringern kann.

Nappaleder

Nappaleder zeichnet sich durch seine außergewöhnliche Weichheit und feine, glatte Oberfläche aus. Es wird aus Voll- oder Spaltleder hergestellt — oft von Schafen, Lämmern oder Kälbern — und durchläuft intensive chemische Verarbeitung, um diese charakteristische butterweiche Textur zu erreichen. Die Weichheit ist keine natürliche Eigenschaft der Haut; sie wird durch eine Abfolge von Nachgerbmitteln, Fettungsmitteln und Oberflächenbehandlungen erzeugt. Im nächsten Abschnitt werden wir genau untersuchen, was diese Prozesse beinhalten.

Spaltleder und Veloursleder

Wenn eine Haut in Schichten aufgespalten wird, werden die unteren Schichten — von der Narbenoberfläche getrennt — zu Spaltleder. Es fehlt ihm die strukturelle Integrität der Narbenschicht und es ist weniger haltbar, obwohl es häufig für günstigere Produkte oder Veloursleder verwendet wird. Veloursleder wird durch Schleifen der Fleischseite von Spaltleder erzeugt, um eine weiche, genoppte Oberfläche zu schaffen. Spaltleder benötigt erhebliche Oberflächenbehandlung, um einen Qualitätseindruck zu erzielen.

Die Chemie hinter weichem Nappaleder

Die Herstellung von weichem Nappaleder ist ein mehrstufiger chemischer Prozess. Das Verständnis jedes Schrittes zeigt, was tatsächlich im fertigen Material vorhanden ist — und was bei jeder Ausritt in Kontakt mit der Haut deines Pferdes bleibt. Eine österreichische Regierungsstudie, beauftragt vom Bundesministerium für Gesundheit (Tappler et al., IBO Wien, 1996), untersuchte 19 Lederprodukte und identifizierte folgende zentrale Risikostoffe.

Vor dem Gerben: Konservierung der Rohhaut

Bevor eine Tierhaut in eine Gerberei gelangt, muss sie während Transport und Lagerung konserviert werden. Die günstigste und am weitesten verbreitete Methode — insbesondere bei aus Entwicklungsländern importierten Häuten — ist die Behandlung mit Pentachlorphenol (PCP), einem starken Fungizid und Biozid. PCP ist hochgiftig und bei seiner Herstellung mit Dioxinen (PCDD) und Furanen (PCDF) verunreinigt, zu den giftigsten bekannten Verbindungen. Obwohl PCP in der EU und der Schweiz verboten ist, gelangt es weiterhin über importierte Lederprodukte nach Europa. Die österreichische Studie von 1996 fand PCP-Werte über 5 mg/kg in 3 von 19 getesteten Lederproben.

Schritt 1: Chromgerbung

Die Mehrheit der weichen Leder, einschließlich Nappa, beginnt mit der Chromgerbung. Rohhäute werden zunächst in Schwefelsäure und Salzlösung gepickelt, dann mit Chrom(III)-sulfat behandelt — einer Schwermetallverbindung, die in die Kollagenfasern eindringt und diese dauerhaft bindet. Die Chromgerbung dauert einen einzigen Tag (im Vergleich zu Wochen bei der Pflanzengerbung) und produziert das sogenannte 'Wet Blue'. Das fertige Leder enthält laut Studie etwa 3,5–4,5% Chrom. Die österreichische Studie empfahl explizit die Vermeidung der Chromgerbung als wichtigste Verbraucherschutzmaßnahme.

Schritt 2: Nachgerbung mit Kunstharzen

Nach der Chromgerbung wird das Leder nachgegerbt. Dabei werden Melamin-Formaldehyd-Harze, Acrylpolymere und synthetische Gerbstoffe (Syntane) eingesetzt. Formaldehyd wird nie allein eingesetzt — es ist als Koprodukt in Synthanen und als kollagenvernetzendes Agens enthalten. Die Studie bestätigte erhöhte Formaldehydwerte in realen Lederproben, wobei ein gebrauchter Lederhandschuh besonders hohe Konzentrationen aufwies. Grenzwerte für hautnahe Lederprodukte liegen üblicherweise bei 75 mg/kg — weil das Übertragungsrisiko unter Tragebedingungen wissenschaftlich belegt ist.

Schritt 3: Fettung

Die Fettung ist der Prozess, der Nappa seine charakteristische Weichheit verleiht. Öle, Fette und Wachse — oft synthetisch oder sulfoniert — werden mithilfe von Wärme und mechanischer Einwirkung in die Faserstruktur eingetrieben. Dies schmiert die Kollagenfasern, sodass sie aneinander gleiten statt starr zu verbinden. Die Fettungsmittel verbleiben während der gesamten Lebensdauer des Produkts im Fasernetzwerk des Leders.

Schritt 4: Oberflächenzurichtung

Der letzte Schritt trägt eine Oberflächenbeschichtung aus Acryl- oder Polyurethanpolymeren, Pigmenten und Bindemitteln auf. Diese Lacke bestehen häufig aus 10% Feststoffanteil und 90% Lösungsmittel, woraus eine hohe Lösungsmittelabgasung resultieren kann. Die Oberflächenbeschichtung ist der erste Kontaktpunkt mit der Haut deines Pferdes.

Schritt 5: Azofarbstoffe und Färbung

Leder wird typischerweise mit Azofarbstoffen gefärbt. Die österreichische Studie bestätigte ein kritisches Risiko: Unter physiologischen Hautbedingungen kann Schweiß bestimmte Azofarbstoffe zu aromatischen Aminen reduzieren — einige davon sind als krebserregend eingestuft (MAK-Klasse III A1/A2). Die Studie wies in getesteten Proben das aromatische Amin 4-Aminobiphenyl nach. Der Prozess verläuft direkt an der Hautoberfläche: Der Farbstoff ist auf dem Leder hydrophob, wird durch Schweiß in eine lipophile Form umgewandelt und kann dann über Schweißdrüsen und Haarfollikel in die Haut eindringen.

Was das für dein Pferd bedeutet

Pferde schwitzen — erheblich, besonders bei der Arbeit. Laut der österreichischen Lederstudie ist die Hautresorption der wichtigste Aufnahmemechanismus für Schadstoffe aus Leder, insbesondere für lipophile (fettlösliche) Verbindungen, die über Schweißdrüsen und Haarfollikel in die Haut eindringen. Formaldehyd aus Nachgerbharzen wird durch Hydrolyse bei Feuchtigkeitseinwirkung freigesetzt — die Studie bestätigte erhöhte Werte in getragenen Lederwaren.

Die kritischsten Bereiche sind jene, wo Leder in direktem, längerem Kontakt mit empfindlicher Haut liegt: Nasenriemen, Stirnband, Genickbereich, Gurt und die Unterseite von Sattelunterlage-Nähten oder Gurthüllen. Interessanterweise können bestimmte pflanzliche Gerbstoffe — wie Mimosa bei der Pflanzengerbung — den Formaldehydgehalt im Leder über die Zeit durch eine konkurrierende chemische Reaktion tatsächlich reduzieren.

Pferde können Hautempfindlichkeiten nicht so kommunizieren wie Menschen. Verhaltensänderungen — verstärktes Kopfschütteln, Widerstand beim Auftrensen, Gurtempfindlichkeit oder unerklärliche Anspannung — sind manchmal die einzigen Signale, dass etwas chemisch unverträglich ist. Eine saisonale Ausrüstungskontrolle, die auch die Haut unter den Kontaktstellen untersucht, ist genauso wichtig wie die Überprüfung der Passform der Beschläge.

Quelle: Tappler P., Damberger B., Gann M. (1996). "Gesundheitsgefährdende Chemikalien in Lederprodukten mit besonderer Berücksichtigung des Konsumentenschutzes." Österreichisches Institut für Baubiologie und -Ökologie (IBO), Wien. Im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit, Sport und Konsumentenschutz, Österreich.

Die Uppeal-Alternative: Saubere Chemie von Grund auf

Uppeal beginnt mit Apfeltrester — den Schalen, Kernen und dem Fruchtfleisch, die bei der Apfelsaftproduktion in Südtirol übrig bleiben. Da es aus Pflanzenfasern statt aus tierischer Haut besteht, wird der gesamte Gerbprozess umgangen. Es gibt kein Chrom, keine Beizesäure, kein Melamin-Formaldehyd-Nachgerbharz. Die Apfelfaser wird mit biobasierten Bindemitteln verarbeitet und mit wirkungsarmer Chemie ohne Schwermetallrückstände veredelt.

Das ist nicht nur eine ethisch vorteilhaftere Wahl für den Planeten — es ist eine materiell sauberere Wahl für das Pferd. Aus Uppeal hergestellte Ausrüstung trägt keine der chemischen Rückstände, die mit der konventionellen Lederherstellung verbunden sind. Für Pferde mit empfindlicher Haut oder für Reiter, die sich jemals gefragt haben, warum ihr Pferd trotz gut sitzendem Zaumzeug beim Auftrensen widerstrebt, lohnt es sich, das Material selbst zu hinterfragen.

Deine saisonale Ausrüstungskontrolle: Ein einfacher Leitfaden

Nimm dir zweimal jährlich — idealerweise beim Jahreszeitenwechsel — 30 Minuten Zeit für folgende Punkte:

  • Zaumzeug-Passform: Prüfe, ob der Nasenriemen zwei Finger unterhalb des Jochbeins liegt, flach anliegt und beim Schließen zwei Fingerbreite Platz lässt. Untersuche das Stirnband auf Druck an der Ohrbasis.
  • Halfter-Passform: Ein anatomisch korrektes Halfter sollte der Gesichtsstruktur des Pferdes folgen. Der Nasenriemen sollte nicht auf dem Gesichtsnerv liegen (zu tief) oder die Nasengänge einengen (zu eng).
  • Gurt: Prüfe gleichmäßigen Druck entlang des Brustbeins und achte auf Haarreiben oder trockene Stellen im Achselbereich.
  • Polsterungs-Audit: Wenn du Polsterung zur Lösung eines Komfortproblems einsetzt, frage zunächst, ob die zugrundeliegende Passform korrekt ist.
  • Lederzustand: Reinige und untersuche alle Lederoberflächen. Steifes, gerissenes Leder ist weniger sicher und kann beim Abbau mehr Abbauprodukte freisetzen.
  • Hautcheck: Streiche nach dem Ablegen der Ausrüstung mit den Händen über jeden Kontaktpunkt. Jede Wärme, Schwellung, Haarausfall oder Empfindlichkeit verdient eine genauere Untersuchung.

Die Qualität der Ausrüstung deines Pferdes misst sich nicht nur an Nähten und Beschlägen, sondern an der Chemie jedes Materials, das sie berührt. Zu fragen, woraus dein Zaumzeug besteht — und wie es hergestellt wird — ist eine der verantwortungsvollsten Fragen, die ein Reiter stellen kann.

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